Siebträgermaschinen sind sehr robust und für den Betrieb über Jahrzehnte gebaut. Damit die Maschine ein hohes Alter erreichen kann ist es wichtig, dass ausschließlich weiches Wasser der deutschen Härte 2°-4° verwendet wird. Mit entsprechend weichem Wasser bilden sich nur minimale Ablagerungen, die erst nach mehreren Betriebsjahren in einer großen Wartung entfernt werden müssen. Das spart Zeit, Geld und Nerven.

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Wie sich Kalk&Ablagerungen bemerkbar machen

Ablagerungen innerhalb der Maschine können an vielen verschiedenen Stellen für Probleme sorgen. Da Kalk bei Feuchtigkeit aufquillt, kann er sich regelrecht durch Dichtungen und Schraubverbindungen drücken und so zu undichten Stellen führen. Besonders betroffen sind dabei der Dampf- und der Heißwasserhahn und deren Dichtungen. Die stärksten Ablagerungen bilden sich am Heizstab, durch die großen Temperaturunterschiede und die dadurch entstehende Spannung brechen nach einiger Zeit große Stücke Kalk ab und sammeln sich im Kessel. Wenn diese Bruchstücken in den Kreislauf der Maschine kommen, können sie Ventile verstopfen oder die Wasserzirkulation so beeinflussen, dass weniger Wasser aus der Brühgruppe kommt und diese auch nicht richtig heiß wird. Gute Indikatoren um eine eventuelle Entkalkung festzustellen ist die Trompete in der Brühgruppe. Um die Drucktrompete anzuschauen, muss diese mit einem 36mm-Schlüssel, an der größeren der beiden Sechskantmuttern, gegen den Uhrzeigersinn gelöst werden. Sollten sich an der Trompete ähnliche Ablagerungen wie bei der oben zusehenden befinden, sieht es im Kessel mit Sicherheit nicht besser aus. Eine Entkalkung ist dringend notwendig.

Wasserhärte prüfen

Um dem Problem von Ablagerungen von vornherein aus dem Weg zu gehen, macht es Sinn sich schon bei der Anschaffung einer Maschine mit dem Thema Wasser zu beschäftigen. Einen groben Überblick über die Wasserhärte in verschiedenen Regionen Deutschlands gibt es hier, genauere Informationen gibt es beim örtlichen Wasserversorger und im Zweifel helfen kleine Teststreifen aus der Apotheke oder dem Aquaristikbedarf.

Wasser aufbereiten

Wenn das Wasser nicht perfekt ist, stellt sich die Frage, was tun? Ausgehend vom Härtegrad und Pumpe der Maschine gibt es verschiedene Möglichkeiten die Härte zu reduzieren. Die komfortabelste Möglichkeit ist der Festwasseranschluss mit einer zwischengeschalteten Filterkartusche. Am Filterkopf kann die Leistung entsprechend eingestellt werden, danach kann die Maschine ein Jahr lang sorgenfrei betrieben werden, bevor die Kartusche gewechselt werden muss. Voraussetzung für den Anschluss an das Wassernetz ist eine Rotationspumpe. Für Maschinen die mit Vorratstank betrieben werden, gibt es drei weitere Möglichkeiten das Wasser aufzubereiten. Die erste Möglichkeit ist ein Tischwasserfilter, wie er bereits in vielen Küchen vorhanden ist. Mit einem Tischwasserfilter lässt sich das Wasser von einer Maximalhärte von 8° bis 9° für Espressomaschinen aufbereiten. Ein Problem, das insbesondere bei günstigen Ersatzkartuschen auftritt ist, dass der PH-Wert nicht stabil bleibt und auch ein perfekt eingestellter Espresso sauer schmeckt. Die zweite Möglichkeit dem Wasser die Härte zu nehmen sind kleine Kissen, die in den Vorratstank gelegt werden und über einen osmotischen Vorgang den Härtegrad senken. Dieser Vorgang benötigt einige Stunden, deswegen ist es von Vorteil den Tank Abends aufzufüllen, um am nächsten Tag genügend gefiltertes Wasser zur Verfügung zu haben. Die dritte Möglichkeit ist die Maschine mit Flaschenwasser zu befüllen. Aber Achtung, Flaschenwasser ist nicht gleich Flaschenwasser. Insbesondere bei Discountern gibt es verschiedene Quellen unter der gleichen Marke, sodass der Härtegrad der gleichen Marke regional verschieden ist. Eine Tabelle mit vielen Werten kann man hier finden. Generell lässt sich sagen, im Zweifel Volvic. Die Zusammensetzung ist nahezu ideal und die Werte überregional gleich.

Wasserhärte im Diskurs

Die richtige Wasserhärte ist immer wieder Thema von ausladenden Diskussionen. Grund hierfür sind zwei verschiedene perfekte Härtegrade für einerseits Geschmack (ca. 7°-8° dH) und andererseits für die Technik der Maschine (3°-4° dH). Bei 7°-8° dH muss die Maschine allerdings häufiger entkalkt werden. Bei einer fachgerechten Entkalkung ist es notwendig den Kessel und alle Zu- und Abläufe zu demontieren und in Entkalker einzulegen. Anschließend müssen alle Teile mit reichlich Wasser gespült werden. Nur so lässt sich sicher stellen, dass der gesamte Entkalker wieder aus dem System entfernt wird und sich keine gelösten Kalkstücke in Rohren und Ventilen festsetzten und diese verstopfen. Von einer Durchlaufentkalkung müssen wir bei Maschinen mit Kessel dringend abraten. Bei Wasser mit 3°-4° dH reicht es die Maschine im Zuge einer, nach einigen Jahren ohnehin notwendigen Wartung zu erledigen. Die geschmacklichen Unterschiede sind natürlich subjektiv, aber nach meiner persönlichen Meinung so gering, dass ich diese für einen sorglosen Betrieb gerne in kauf nehme.