Wie versprochen hier Teil 2 einer kleinen Zusammenfassung der interessanten Neuerungen auf der Host 2017. Diesmal stehen die neuen Mühlen im Mittelpunkt. Von der neu aufgelegten kompakten Eureka MCI bis zum Hightechmonster Mazzer ZM, es gab viel zu sehen.


Wir wollen mit dem wichtigsten Update für den geneigten Heimbarista anfangen. Eureka hat die kompakte Mühle MCI einer umfangreichen Frischzellenkur unterzogen. Die MCI ist seit Jahren eine der beliebtesten kompakt Mühlen und kann mit einem sehr guten Verhältnis zwischen Größe, Mahlergebnis und Preis überzeugen. Allerdings gab es auch einige kleine Kritikpunkte, wie zum Beispiel den etwas eigenwillig gebauten Knopf für den Bezug, die Neigung beim feinen Mahlgraden zu klumpen und den Timer der nur eine einzige Zeiteinstellung kennt.

Die neuen Eureka MCI

Der neue Touchscreen

MCI Holzgehäuse

Die neue Version gibt es in zwei Varianten: Einmal als manuelle Push-to-Grind Variante und als Version mit Timer, der sehr komfortable über einen schicken OLED Touchscreen programmiert wird. Beide Modelle verfügen über den von Grund auf neu konstruierten Auswurf, mit dem statisch aufgeladenes Kaffeemehl der Vergangenheit angehören soll. Mit dem neuen Timer lassen sich jetzt zwei Mahlzeiten in zehntel Sekunden Schritten programmieren. Der Touchscreen reagiert auf alle Eingaben zuverlässig und lässt ein haptisches Feedback kaum vermissen, die Optik wirkt sehr elegant und fügt sich unaufgeregt in das reduzierte Design ein. Allerdings ist die Mühle ein kleines bisschen größer als in der alten Version, aber immer noch sehr kompakt. Auf dem Messestand waren auch Varianten mit Holzgehäuse und Kombinationen aus farbigen Blechen mit poliertem Aluminium zu sehen, sehr schön, es bleibt zu hoffen das diese Modelle ebenfalls den Weg in die Auslieferung finden.

Profitec 54

ECM Pro-Titan

Bei Profitec/ECM gab es ebenfalls eine neue kompakte Mühle zu sehen. Die C-Manuale 54 ist quasi die die geschrumpfte Variante der S-Manuale 64. Der Motor hat 235W Leistung und wie der Name schon vermuten lässt, haben die Mahlscheiben einen Durchmesser von 54mm. Gegenüber bei Profitec war, bis auf ein etwas eckigeres Gehäuse, die selbe Mühle als PRO M54 zu sehen. Die ECM Mühle passt perfekt zur neuen Mechanika Slim, die Profitec Mühle zur PRO 300, womit sich ein sehr kompaktes Dual-Boiler Ensemble mit bester Technik verwirklichen lässt. Die Verarbeitung ist ECM typisch und die Bedienung genau wie man es von einer Mühle aus Heidelberg erwartet. Als kleines Gadet gab es noch ein Upgrade für die Pro Titan zu sehen. Bald gibt es die Abdeckung für Zentrier- und Bohnenbehälter aus Edelstahl, ob Mehrwert oder Kitsch entscheidet der individuelle Geschmack.
Video

Mazzer ZM

Ceado

In der Welt der Highend Mühlen gab es auch spannende Mühlen zu sehen. Ceado und Mazzer versuchen mit zwei ausgefallenen Konzepten dem Platzhirsch Mahlkönig EK43 den Platz streitig zu machen. Wie vielen bereits bekannt sein dürfte hat die weltmeisterliche Performance von Matthew Perger, bei den World Barista Championships 2012, viele bis dahin manifestierte Regeln für den Mühlenbau gesprengt. Der Trend in der Specialty Coffee Szene mit immer homogeneren Mahlgut zu arbeiten und damit höchst mögliche Extraktionsgrade zu erreichen, ist anderen Mühlenbauern natürlich nicht entgangen. Um die Anforderungen des modernen Barista zu erfüllen war es nötig völlig neue Konzepte zu entwickeln. Besonders Ceado geht mit der E37Z beim Thema Totraumreduzierung ganz neue Wege, dass der Design der neuen Mühle ist wirklich außergewöhnlich. Was der Barista am Messestand, natürlich stilecht mit hippen Schnautzbart, den Bohnen entlockte war aber auch außergewöhnlich. Fast schon konservativ wirkt dagegen die neue Mazzer ZM. Technisch scheint das Konzept aber ausgereifter. Eine elektronische, hoch präzise Mahlgradverstellung in Kombination mit einem quasi nicht existierenden Totraum (kleiner als 0,45 Gramm), ermöglicht es auf Knopfdruck eine Vielzahl von Voreinstellungen abzurufen. Eine Mühle die in wenigen Sekunden jeden Job erledigt, egal ob Siebträger, Chemex, Aeropress oder traditioneller Hario V60 Filter. Leider sind der Preis und die Abmessungen genauso groß wie die gewonnene Flexibilität. Die Mazzer ZM und auch die Ceado werden im Heimbereich leider seltene Gäste bleiben. Aber die Tendenz ist klar erkennbar, vielleicht wird es zur nächsten Host in zwei Jahren erste Mühlen geben, die genannte Fähigkeiten auch für den semiprofessionellen Bereich erschwinglich machen. Die passenden Espressomaschinen, mit Druckprofilen usw. gibt es schließlich heute schon zu kaufen.
Video Mazzer ZM
Video Ceado E37Z