Nach dem Rocket Espresso mit der Appartamento im Frühjahr 2016 einen großen Erfolg verzeichnen konnte, steht 2017 ganz im Zeichen der überarbeiteten Versionen der beliebten premium Zweikreiser des mittleren Preissegments. Mit neuen Bezeichnungen versucht Rocket die Übersichtlichkeit in der Produktpalette zu verbessern. Von nun an gibt es die Maschinen als Modell V, mit Vibrationspumpe und Modell R, mit Rotationspumpe. Beide Versionen gibt es jeweils als Gehäusevariante Mozzafiato oder Giotto. Von Preis und Ausstattung liegen die Maschinen zwischen Appartamento und R58V2 bzw R60V.

Natürlich hat das Team aus Mailand nicht nur die Namen geändert, unter dem Gehäuse verbergen sich einige interessante Neuerungen. Die Modelle R/V verfügen standardmäßig über eine PID Steuerung, damit gibt es bei Rocket erstmals einen Zweikreiser mit Rotationspumpe und Temperatursteuerung. Die Kessel sind isoliert und verfügen über einen speziell entworfenen Rückwand, die für eine noch stabilere Druckentfaltung an der Dampfdüse sorgt. Beim Modell V wurde die Entkopplung der Pumpe überarbeitet, was sich in der Lautstärker deutlich bemerkbar macht.

Die neue Mozzafiato ist der Nachfolger der Cellini und das neue Design definitv einen genauen Blick wert. Im Vergleich zur Cellini fällt sofort die schmalere Silouette auf. Tatsächlich baut das Gehäuse um 5cm schmaler als das der Vorgängerin, verstellbare Füße bieten weitere Flexibilität bei der Platzwahl. Die Tassenreeling, die sich aus den überhöhten Seitenwänden ergibt, erinnert an die Rocket Boxer und sorgt für sehr klare Linien. Netter Nebeneffekt, die mäßig beliebte Kunstoffreeling gehört damit der Vergangenheit an. Die höhenverstellbaren Füße und die typischen Rocket Drehventile orientieren sich an den Topmodellen R58/R60. Geblieben sind die Manometer, wie gewohnt schwarz bei Typ R und weiß bei Typ V. Das PID verbirgt sich glücklicherweise nach wie vor hinter der Abtropfschale.

Bei der Variante Giotto ist nicht alles neu, aber viele kleine Details wurden verbessert und werten die Optik nochmals auf. Die charakteristische Form der Seitenwände wurde überarbeitet und hat jetzt ein noch feineres Finish. Füße und Drehventile sind jetzt ebenfalls die der Topmodelle. Der Deckel vom Vorratstank und die Reeling stehen sich nicht mehr im Weg, somit geht das Nachfüllen im Tankbetrieb schnell von der Hand.

Mir persönlich gefällt es sehr wie Rocket Espresso über Preis, Größe und Ausstattung der Maschinen eine sofort erkennbare Linie durch das Sortiment zieht, für jeden Anspruch gibt es die passende Technik und bei der Optik stehen in jeder Klasse zwei Varianten zur Auswahl. Die kompakte Mozzafiato ist quasi die genaue Beschreibung der Anforderungen an eine moderne premium Maschine für den ambitionierten Heimbarista. Das die Maschinen von der Tendenz her immer kompakter werden, ist eine sehr sinnvolle Entwicklung. In unserem Laden wird immer wieder der Zollstock gezückt und anschließend bei der Entscheidung für eine Maschine um Zentimeter gefeilscht. Ob die Optik gefällt oder nicht ist wie immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Vielleicht werden die unkonventionellen Füße, die bis auf die Appartamento jetzt an allen Maschinen verbaut sind, nicht nur auf Begeisterung treffen. Beide Maschinen werden mit Sicherheit eine große Rolle im mittleren Preissegment spielen. Wer heute einen künftigen Designklassiker kaufen möchte, der kommt an Rocket ohnehin nicht vorbei.