Alle zwei Jahre versammelt sich auf dem Gelände der Fiera Milano die Welt des Espresso zur Host, der wohl wichtigsten Messe für Gastronomietechnik. Wir waren natürlich auch wieder dabei, auf der Suche nach den neusten Mühlen und Maschinen. Wie immer hat sich die Reise nach Mailand gelohnt, es gab einiges zu sehen. In Teil 1 gibt es eine Zusammenfassung der neuen Maschinen von Bezzera, Rocket Espresso und Profitec.


Bezzera Duo

Gleich zwei neue Maschinen für den Haushaltsbereich hat Bezzera vorgestellt. Nach langem warten ist es jetzt soweit, endlich gibt es Dual-Boiler aus dem Familienbetrieb in Rosato und dann auch direkt in zwei Varianten. Die futuristisch wirkende Matrix setzt dabei auf die bewährte E61 Brühgruppe mit manueller Bezugssteuerung, während die Duo mit der von Bezzera entwickelten BZ-Brühgruppe und Dosierautomatik ausgesstattet ist. Bei beiden Maschinen verzichtet Bezzera auf eine Verbindung mit dem Smartphone und hat anstattdessen ein hochauflösendes, 3,6 Zoll großen, kapazitiven Touchscreen verbaut. Genau die richtige Entscheidung, die Anzeige der aktuellen Temperatur ist sehr schön gestaltet, alle Parameter der Maschine lassen sich leicht und unkompliziiert verändern. Neben den üblichen Funktionen der Temperatursteuerung verfügt die Elektronik über eine Einstellung für die Preinfusion, welche die Pumpe zeitversetzt startet, einen Shotcounter, verschiedene Hinweise für die Reinigung und eine Zeitschaltuhr die für jeden Wochentag seperat programmiert werden kann. Der Touchscreen funktioniert wirklich sehr gut, durch die Größe des Display trifft man immer die richtige Taste und die Farben der Anzeige sind so dezent gewählt, dass die Optik nur im nötigen Maß leidet.

Bezzera Matrix

Das Design der Duo ist klassisch gehalten, fein verarbeitetes Edelstahlkleid und Bedienelemente aus Holz, dezente aber sehr elegant. Einzig die Tasten der Dosierautomatik (bekannt von der BZ16) wollen nicht so ganz zum Rest passen. Die Matrix ist optisch das komplette Gegenteil. Die Seitenteile bestehen aus massiven Plexiglas mit gelaserten Elementen und einer RGB Led Beleuchtung. Die Farbe der Beleuchtung kann über den Touchscreen gesteuert werden. Wie immer bei Maschinen mit außergewöhnlichen Optik, es gefällt oder eben auch nicht. Noch nicht sicher ist, ob es die E61 Variante auch mit Edelstahlgehäuse geben wird.
Beide Maschinen verfügen standartmäßig über eine Kesselisolierung. Die Duo heizt dank der aktiv beheizten BZ-Brühgruppe und Dual-Boiler typisch kleinem Espressokessel wirklich schnell auf, genaue Zahlen liefern wir natürlich sobald die Maschine bei uns im Showroom steht. Generell hat die BZ-Gruppe im Zusammenspiel mit der Dual-Boiler Technik ihre wahre Bestimmung gefunden, die aktive Heizung kombiniert mit einem sauber arbeitendem PID produziert excellenten Espresso.

Rocket Espresso Portavia

Beim betreten des Rocket Espresso Messestand waren wir erstmal ziemlich irritiert. Was ist denn das in der Mitte?! Bei genauerem hinsehen entpuppte sich das "etwas" in Kofferform als kompakte Reise-Espressomaschine, wow! Mit wenigen Handgriffen wird aus einem Boardcase mit Rocket Logo, eine vollwertige Espressomaschine. Ob die Maschine die Bestimmungen für Handgepäck erfüllt und wie gegenbenfalls das Flughafenpersonal reagiert weis ich allerdings nicht. Die verbaute Technik ist allerdings hoch interessant. Die Maschine ist ein quasi Dualboiler, mit einer Kessel im Kessel Konstruktion. Der Kaffeekessel sitzt dabei innerhalb des größeren Servicekessel, eine genaue Erklärung werde ich in einem separaten Beitrag liefern. Die Portavia, so heißt das kleine Wunderwerk, ist wirklich eine ungewöhnliche Erscheinung, wird aber mit Sicherheit seine Fans finden und ist wahrscheinlich ein zukünftiges Kultobjekt. Die zweite Neuentwicklung bei Rocket ist eine kompakte Version der R9 mit Paddle-Brühgruppe, über die sich der Brühdruck im Bezug frei steuern lässt. Eine absolute High-End Maschine und ein klarer Angriff in Richtung der legendären LaMarzocco Strada. Nicht nur die Funktion der Drucksteuerung orientiert sich an der LaMarzocco Technik, auch ist die Brühgruppe ähnlich konstruiert. Die R9 im kleinen Format verfügt, wie die großen gastro Modelle, über eine Edelstahlbrücke zwischen Kessel und Brüheinheit. Insgesamt befinden sich 1,9 Liter Wasser im System, die resultierende Temperaturstabilität ist beeindruckend. Zusammen mit einer sehr präzisen Drucksteuerung dürfte die "kleine" R9 bei einigen Perfektionisten für weiche Knie sorgen. Finale Preise sind leider, oder zum Glück noch nicht bekannt. Videomaterial gibt es hier.

Profitec Pro 600

Profitec Pro 600

Auch Profitec hatte pünktlich zur Host, mit der PRO 600 einen neuen Dual-Boiler im Gepäck. Die Maschine schließt die Lücke zwischen PRO500 und PRO700, verfügt über zwei Edelstahlkessel, PID mit Shot-Timer und eine schwingungsarm aufgehängte Vibrationspumpe. Optisch hebt sich die Maschine deutlich von ihren Geschwistern ab. Die Seitenteile haben Ausschnitte die mit schwarzen Blechen hinterlegt sind, passend dazu sind die sehr schönen Manometer und das PID ebenfalls schwarz. Dampf- und Weißwasserlanze sind nicht in der gewohnten S-Form gefertigt, sondern relativ grade. Das verleiht der Maschine zusammen mit den schwarzen Elementen eine sehr aufgeräumte und elegante Optik. Die Verarbeitung ist wie gewohnt excellent, wirklich eine schöne Maschine. Bewegte Bilder von EspressoTV dürfen natürlich nicht fehlen KLICK.
Neben der Pro 600 gab es noch eine kompakte Mühle von Profitec zu sehen, quasi die perfekte Ergänzung zur Pro 300. Details und Bilder gibt es dann in einigen Tagen in einem Beitrag über die neuen Mühlen, die auf der Host präsentiert wurden.